Fahrer - Bericht von der Ostbayern-Rallye, 26. - 27. März 2004

Nach der vermurksten Premiere im Herbst 2003 war das die zweite Gelegenheit mit unserem 206 zu fahren. Die Ostbayern zählt zur Deutschen- und zur Österreichischen-Rallye-Challenge, mit dem Haslinger Hof, von uns auch Haflinger Hof genannt (dazu später mehr), als Rallyezentrum. Die Prüfungen selbst waren nördlich Passau, bei Hutthurm im Bayerischen Wald und teilweise als alte 3-Städte-Prüfungen bekannt.

Es waren zwei verschiedene Prüfungen für uns vorgesehen, die jeweils 3-mal zu befahren waren. Eine AB-Prüfung mit 12 km und ein Rundkurs mit 22 km. Die Prüfungen waren für deutsche Verhältnisse sehr selektiv, mit engen und teils sehr schnellen Passagen. 

In der Woche vor der Rallye hatte es nochmals bis ins Flachland geschneit, so dass ich mich gezwungen sah, kurzfristig in Winterreifen zu investieren, denn Slick mit Schnee is no good!

Schon bei der Besichtigung zeigte sich aber frühlingshaftes Wetter, die Sonne scheinte und die Straßen waren überwiegend trocken, aber es war sehr kühl. Im Wald gab es jedoch noch Schnee und auch sonst viele rutschige, nasse Ecken. 

Um auf der sicheren Seite zu sein und weil nicht einzuschätzen war, wie viel Dreck in den Ecken von den vorderen Teilnehmern herausgefahren wird, entschlossen wir uns durchgehend mit Intermediate zu fahren, obwohl der Slick eigentlich schneller gewesen wäre.

Nach dem Eintreffen des Services mit Andy, Harry und Flo gings zur Papier- und Technischen Abnahme. Das war noch etwas spannend, ging aber gut.

Abends war die Vorstellung der Fahrer im "Panorama-Stadl" des Haflinger, sorry Haslinger Hofes mit Bayerischem Buffet. Der Haslinger Hof entpuppte sich als eine riesige Anlage, die auf alt, auf bayerisch auf volkstümlich, besser volksdümmlich gemacht ist. In ihr verkehren und urlauben hunderte von mehr oder weniger alten Menschen. Sie essen und trinken und bewegen sich zu meist fürchterlicher Musik, die an den Musikanten-Stadl erinnert. Ob sie noch etwas anderes machen konnten und wollten wir nicht herausfinden. Nachdem unsere Gesellschaft ja zunehmend überaltert, scheint der Laden aber Zukunft zu haben. Der Vorteil für die Rallye aber ist, es gibt viel Platz, große Säle, alle haben gleichzeitig ihr Essen und gut ist es auch noch. 

Am nächsten Morgen begann die eigentliche Rallye. Das Wetter war wie am Vortag sonnig aber es hatte noch Frost und keiner wusste ob der auch auf den WP`s war. Zwischenzeitlich hatte sich noch umfangreiche Fan-Unterstützung eingestellt. So gesehen konnte ja nicht viel schief gehen.

Unser Ziel war ankommen, mit dem Auto lernen, nicht auf die anderen schauen und nichts kaputt machen. Das wäre in WP1 beinahe schief gegangen, denn da hatten Michael und ich noch Abstimmungsprobleme und beinahe wäre ein Zaun draufgegangen, der dem Auto auch nicht gut getan hätte. Ab diesem Moment lief es aber planmäßig: An das was das Auto kann habe ich mich in den WP`s Stück für Stück herangearbeitet: Erst mal mit dem 6-Gang-Getriebe schalten lernen (die Schaltebenen sind lausig nah beieinander und die Synchronisierung ist auch nicht so toll), dann die Bremskraftbalance hinbekommen und wieder ein Gefühl für das Fahren überhaupt und mit dem neuen Auto im Besonderen kriegen. Von der Zeiten her ging es stetig aufwärts. Aber noch kann das Auto viel mehr als ich. Das fängt beim Bremspunkt an, geht weiter mit der Handbremse in engen Ecken und hört bei den Kurvengeschwindigkeiten auf. Gerade mit den Kurvengeschwindigkeiten bin ich noch vorsichtig, denn das Fahrwerk hat den Ruf im Grenzbereich sehr giftig zu sein.

Von der Technik her gab es zwei Probleme: Zum einen war die Gegensprechanlage zu leise (obwohl von Peltor), was Michael durch lauteres Sprechen kompensieren musste. Das andere war ein ausgerissener Schaltknauf, den wir mittels Zwei-Komponenten-Kleber wieder vom Halten überzeugen konnten. Das war alles, ansonsten war nur Waschen angesagt.

Die Siegerehrung fand, im nun schon gewohnten Haslinger Hof statt. Nur war es diesmal ein anderer Saal, was bei einigen der zahlreich vorhanden Senioren für erhebliche Verwirrung sorgte, indem sie sich ständig zur Rallye verliefen. Dieser Abend sollte ein recht spaßiger Abend werden, den wir so schnell nicht vergessen werden und an dem der Haslinger Hof maßgeblich beteiligt war....